Aktuelles

Das neue Programm ist da!

Liebe Freundinnen und Freunde des dritten frühling,

es ist geschafft: das neue Programm steht und ist wieder vielfältig und interessant geworden, wie wir finden. Und sie dann hoffentlich auch. Nachdem es letzte Woche schon einige von Ihnen mit der Post erhalten haben, ist es jetzt auch auf unserer Website angekommen.

Zu unserem aktuellen Programm

Herzliche Grüße!

Wir sehen uns im dritten frühling…

Schwerpunktthema 2019

Unbeschreiblich weiblich!
Frauen treffen ihre Wahl – 1919 bis heute

Wir blicken momentan zurück auf das Ende des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren. Ein historischer Schock, der immer noch nachwirkt. Aber in direkter Folge des Krieges (oder vielmehr des Kriegsendes) bahnten sich bedeutende gesellschaftliche Fortschritte an. Einer der größten: die Einführung des Wahlrechts für Frauen in einer ganzen Reihe europäischer Länder. Die unermüdlichen Bestrebungen engagierter Kämpferinnen für das Frauenrecht hatten endlich zum Erfolg geführt! In Deutschland wurde das Frauenwahlrecht 1918 in der Weimarer Verfassung verankert und im Januar 1919 konnten Frauen auch hier das erste Mal wählen und gewählt werden.

Damit begann eine neue Epoche – und die Folgen waren unübersehbar: Bubikopf, Charleston, Befreiung vom Korsett, Bewegungsfreiheit beim Sport und im Alltag – es waren Neue Frauen, die sich da zeigten und ihren Platz in der Gesellschaft und im Arbeitsleben einforderten. Sie wählten nicht nur neue Politiker sondern auch einen neuen Lebensstil. Und sie gingen ins Kino, denn das neue Massenmedium bot Unterhaltung, Information, Idole – und Karrieremöglichkeiten.

Wir wollen 2019 in unserem Programm etwas von dieser Anfangseuphorie einfangen und uns gleichzeitig darüber Gedanken machen, wie viel sich seitdem tatsächlich am Verhältnis der Geschlechter geändert hat. Eine Kampagne wie #MeToo macht leider deutlich: Rechte können zwar auf dem Papier existieren – das bedeutet aber nicht, dass im Alltag darauf immer Verlass wäre. „Alle Menschen werden Brüder“ war eine der freiheitlichen Parolen des 19. Jahrhunderts – doch erst wenn auch gefordert wird „alle Brüder werden Menschen“ (wie das Kabarett ‚Die Distel‘ vor einigen Jahren spottete), ist der weibliche Teil der Menschheit tatsächlich mit gemeint.

Aber trotz vereinzelter Rückschläge und Restbeständen von Machismus – das 20. Jahrhundert ließe sich durchaus mit Nina Hagen als „unbeschreiblich weiblich“ beschreiben. Unter diesem Motto wollen wir gemeinsam mit unseren Teilnehmer*innen kreativ und fantasievoll die letzten 100 Jahre Revue passieren lassen und dem 21. Jahrhundert neugierig ins Auge blicken. Auf die Ergebnisse sind wir jetzt schon gespannt.